Tausende Menschen auf einer Kreuzung in Dresden
Wie bereits in meinem Bericht zu Dresden erwähnt waren die NRW Jusos die ersten in Dresden an der Blockade Albertplatz. Mit uns gemeinsam trafen dort noch rund 30 GewerkschafterInnen und eine handvoll Antifas ein. Doch wir blieben keinesfalls die einzigen dort. Schnell wurde die Masse der friedlich protestierenden vierstellig. Besonders erfreut war ich über die älteren Menschen, sozusagen die “gestandenen BürgerInnen”, seien es Familien, oder RenterInnen, die sich im Vorfeld nicht von der Polizei hatten abschrecken lassen.
Selbstverständlich gibt es auch andere lesenswerte Berichte von eben genau dieser Kreuzung. Auf sueddeutsche.de schildert der Autor Ingo Schulze (* 1962) unter dem Titel “Keinen Raum den Faschisten” seine Eindrücke von der Kreuzung am Albertplatz.
Einige mir aus der Seele sprechenden Auszüge:
“Es gibt immer wieder Sprechchöre: “No, no, no pasaran!”, Gewerkschaftsfahnen, Fahnen der Linken, auch eine blaue FDJ-Fahne ist dabei, Jusos, Attac, die Grünen/Bündnis 90. . . und zwischen allen hindurch die Polonaise der rosaroten Sambatänzer. Am wichtigsten sind die Nachrichten über die anderen Blockaden. Die Thüringer haben eine Straße blockiert und die Berliner ebenso. Es sind insgesamt wohl fünf Blockaden.”
und
“Danach eine Rednerin, die sich gegen die Diskriminierung des Bündnisses wendet und sagt, dass sie 13 Uhr zur Menschenkette gehen wolle. Ein paar Buhrufe und dann über Mikrofon der Kommentar: Es könne ja jeder gehen, wohin er wolle, aber gerade um diese Zeit sei es wichtig, hier zu bleiben. Wenn wir gehen, dann marschieren die Neonazis. Von hier aus gesehen ist die oberbürgermeisterliche Menschenkette eine Operettenaktion.”
und
“Die Stimmung wird ausgelassener. Ich sehe die alte Dame aus dem Zug wieder. “Wir sind ziemlich früh aufgestanden”, sage ich. “Das war es mir wert”, sagt sie. Die beiden Damen, in deren Begleitung sie ist, sind, so stellt sich heraus, Bekannte meiner Mutter.
Die ersten Demonstranten von der Menschenkette, die man nach einer Kontrolle über die Brücke lässt, treffen ein. Sie sind erstaunt, wie es hier aussieht. Immer wieder: “Das haben wir ja nicht gewusst!” In den Dresdnern Zeitungen wurde vor der Neustadt gewarnt.”
Alles in allem unglaublich lesenswert, also unbedingt diesen Artikel lesen.
Schlagworte: Albertplatz, Antifaschismus, Demo, Dresden
Also ich finde es echt erstaunlich was viele deutsche und teilweise auch nicht-Politik-interessierte Leute gegen diese, naja nennen wie sie ‘Braune Brut’, machen möchte. Sowas ist echt erstaunlich ! Ich konnte leider nicht dabei sein, hab mich aber riesig gefreut so einen tollen Bericht im TV zu sehen. Ehrlich… Hut ab.
Liebe Grüße von der linken Front der Jusos
Kevin Schroer


Do, 18.02.2010
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