Junge Menschen sind die Leidtragenden der Krise
Auch wenn es leichte Zeichen der Besserung gibt – noch immer sind junge Menschen die Leidtragenden der durch die Finanzkrise verursachten Konjunkturschwäche. Denn diese führt – auch und gerade im noch stark industriell geprägten NRW – zum einen zu deutlich weniger Ausbildungsplätzen als es BewerberInnen gibt, zum anderen werden viele nach ihrer Ausbildung nicht übernommen und sind dann arbeitslos.
Bis Ende März hatten die Betriebe in NRW rund 70.000 Ausbildungsplätze gemeldet. Das sind zwar rund 3.000 mehr als im Vorjahr. Angesichts knapp 100.000 jungen Menschen, die im selben Zeitraum einen Ausbildungsplatz suchten ist das aber noch immer deutlich zu wenig. Viele junge Ausbildungssuchende müssen deswegen ein oder mehrere Jahre in ‚Warteschleifen‘ verbringen – in der Hoffnung, danach einen geeigneten Ausbildungsplatz zu bekommen. Ein solcher Zustand ist nicht nur wirtschaftlich ineffizient, schließlich sind die Auszubildenden von heute die Fachkräfte von morgen, nach denen dann verzweifelt gesucht werden wird. Es zeigt auch, dass der Ausbildungsmarkt in der heutigen Form nicht in der Lage ist, allen jungen Menschen Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Das ist aber nach unserer Meinung die Pflicht. Deshalb kämpfen wir Jusos mit der SPD für eine Ausbildungsplatzgarantie. Dazu halten wir Jusos die Einführung einer Umlage für ein geeignetes Mittel: Wer nicht genügend ausbildet, muss zahlen!
Neben dieser bedenklichen Situation für die Auszubildenden ist aber nach der Ausbildung mit den Sorgen noch nicht Schluss. Vielmehr stieg die Jugendarbeitslosigkeit innerhalb eines Monats um 7,4 Prozent auf immerhin rund 90.000 junge Menschen ohne Arbeitsplatz. Auch hier sind natürlich zuallererst die Betriebe gefragt: Es kann nicht sein, dass junge Menschen in ihrer Ausbildung als billige Arbeitskräfte genutzt werden und nach der Ausbildung auf die Straße gesetzt werden! Aber auch hier ist nach unserer Meinung die Politik gefragt. Und deshalb geht es am 9. Mai auch um die Frage, ob wir in einem öffentlich geförderten Beschäftigungssektor mehr Arbeit schaffen und für diejenigen, die gerade keinen Job haben genügend Weiterbildungsangebote bereitstellen.


Mo, 26.04.2010
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