Archiv für August, 2010
Arbeitsministerin von der Leyen hat sich mal wieder was ganz tolles einfallen lassen: Im Rahmen der Neuregelung von Hartz IV soll jedes Kind eine Bildungs-Chipkarte bekommen, auf der es dann Guthaben für Nachhilfe, Sportvereine und Musikunterricht geben soll. Auf Dauer soll dies jedes Kind bekommen. Das Ganze soll mit Unterstützung von Stiftungen, Wirtschaft und privaten Spendern geschehen und die Jobcenter sollen den Großteil der Hilfen sicherstellen. weiter…
Das Label “Storch Heinar” erfreut sich wachsender Beliebtheit, woran sich eine unbedeutende, nur entfernt ähnlich klingende Kleidungsmarke störte und Gerichte bemühte. Die Plagiatsunterstellung war für die RichterInnen am Landgericht Nürnberg jedoch so abwegig, dass das Urteil eindeutig ausfiel.
Dank den Thorfreunden für die Torheit, die von ihr angegriffene Marke “Storch Heinar” noch bekannter gemacht zu haben.
JArbSchG? Wieder mal eine tolle Abkürzung mit der viele wohl nichts anfangen können. Die Abkürzung steht für das Jugendarbeitsschutzgesetz. dies wurde heute vor 50 Jahren zum Schutz junger BerufseinsteigerInnen unter 18 Jahren im Bundestag verabschiedet. Dieses Gesetz soll junge Menschen in Ausbildung und Beruf vor Überlastung und gesundheitlicher Gefährdung schützen.
CDU/CSU und FDP wollen diesen Schutz der jungen Menschen nun lockern: Sie wollen das JArbSchG ändern – das zumindest steht so im Koalitionsvertrag unter dem Punkt “Tourismus”: “Ausbildungshemmnisse im Gastgewerbe werden durch ein flexibleres Jugendarbeitsschutzgesetz abgebaut”. Das bedeutet konkret: Jugendliche unter 18 Jahren sollen auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen arbeiten!
Junge Auszubildende sind aber keine preiswerten Vollzeitarbeitskräfte, sondern sollen vor allem lernen. Dazu brauchen sie qualifizierte Anleitung, Freistellung für die Berufsschule und ausreichende Erholungszeiten – dazu zählen auch die Nächte, sowie die Sonn- und Feiertage.
Azubis werden heute schon oft ausgenutzt. Daher ganz klar: Händer weg vom JArbSchG!
Darum unterstützt die Kampagne der DGB-Jugend: www.haende-weg.de
Dank an den NDR, der die schaurigen Methoden des kik-Konzerns offenlegte. Die Bilder aus Bangladeshs Fertigungshöllen treiben allen noch nicht abgestumpften Menschen Tränen in die Augen. Und so ganz nebenbei offenbarte die Sendung, dass auf Seiten kiks Anwalt Walter Scheuerl gegen die Ausstrahlung der Sendung und gegen all jene, die die Methoden des Konzerns anprangern, mit allem was das Zivilrecht hergibt, kämpft.
Walter Scheuerl ist kein Unbekannter: Er ist der Initiator der Hamburger Selektionsinitiative “Wir wollen lernen”. – Aber Anwalt Scheuerl will nicht, dass alle Kinder lernen, denn dann gehen seinem Auftraggeber kik die Arbeitsknechte aus und er verliert seine Haupteinnahmequelle. Gut ausgebildete Fachkräfte stören im kik-Imperium, denn diese lassen sich nicht mit 5 Euro für eine Stunde schufften abspeisen und kommen evtl. auf die Idee, Betriebsräte gründen zu wollen.
Während des Hamburger “Schulkampfes” versuchten einige wenige Medien – erfolglos – das Geheimnis zu lüften, wer das finanzielle Polster der Initiative füllte. Die Antwort ist nun offensichtlich.
Ein Walter Scheuerl lebt gut von der Exklusion und abgeschieden von der sich ausbreitenden Armut in Hamburg-Blankenese mit Blick auf die Elbe.
Das so genannte “nationale Stipendiensystem”, dass widererwartend und mit Hilfe von weitgehenden finanziellen Zusagen ggü. den Ländern von Merkel und Schavan durch den Bundesrat geboxt wurde, ist nun wieder auf dem absteigenden Ast.
Statt – wie zuerst angekündigt – 160.000 Studierenden, kommen nun doch nur 6000 Studierende in den “Genuss” des Elitefördersystems. Das sind immerhin 0,3 Prozent der Studierenden. Neben den vielen anderen Argumenten gegen das Elitestipendiensystem ist allein diese Nachricht ein weiterer Grund die Finger von der ganzen Sache zu lassen. weiter…


Sa, 14.08.2010
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