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Gemeinsam statt getrennt!
Am 21.12 wurde im Landtag die schrittweise Einführung eines muslimischen Religionsunterrichts in NRW beschlossen. Ein Argument war der große Anteil an muslimischen SchülerInnen in NRW, die momentan in Förderkursen unterrichtet werden, während die anderen am christlichen Religionsunterricht teilnehmen. Doch wie ist diese Einführung zu bewerten?
Es ist wichtig, dass die muslimischen MitschülerInnen und auch alle anderen „Nicht-Christen“ eine Möglichkeit bekommen im Rahmen von Schule über ihre Religion zu diskutieren. Eine weitere Differenzierung des konfessionsgebundenen Religionsunterrichts ist aber der komplizierter Weg und nicht die einzige Möglichkeit dieses Problem zu lösen.
Die Einführung eines muslimischen Religionsunterrichts führt nach wie vor zu einer Ausgrenzung Andersgläubiger und schafft Ungleichheit, denn für andere Glaubensrichtungen, wie das Judentum oder den Hinduismus, gibt es kein eigenes Unterrichtsfach. Konfessionsgebundener Religionsunterricht stellt demnach immer eine Diskriminierung dar, denn für alle Glaubensrichtungen in den Schulen ein eigenes Fach anzubieten ist kaum möglich. Des Weiteren fördert die Einführung des muslimischen Religionsunterrichts das Unverständnis für andere Religionen, da durch konfessionsgebundenen Religionsunterricht der Austausch mit Andersgläubigen in Rahmen des Schulunterrichts gehemmt wird. Nur wenn man sich mit anderen Religionen auskennt und mit Andersgläubigen diskutiert entwickelt man ein vielschichtiges Verständnis für andere Glaubensrichtungen.
Die bessere und nachhaltigere Lösung wäre demnach die Einführung eines konfessionsübergreifenden Fachs, in dem über verschiedene Religionen (also auch die eigene), Ethik, Werte und Normen, sowie Philosophie diskutiert wird, auch bekannt unter dem Titel „Ethikunterricht“. Ein flächendeckender Ethikunterricht bietet deutlich mehr Vorteile, als eine weitere konfessionsgebundene Differenzierung des Religionsunterrichts. Er schafft einen Raum in dem die zumeist durch Religion verschiedenen Moralanschauungen diskutiert werden können. Er baut durch die gemeinsame Diskussion Vorurteile ab und fördert damit das Miteinander in unserer Gesellschaft. Zu guter letzt schafft er das, was kein Religionsunterricht, welcher von den Religionsgemeinschaften mit ausgestaltet wird, jemals schaffen könnte: Er bietet die Möglichkeit einer grundsätzlichen Hinterfragung von Religion und Glaube.
Schade, dass der Landtag sich nicht für Ethikunterricht entschieden hat und eine weitere Trennung nach Religionen im Schulalltag fördert.
Beatrice van Berk
für die Juso-SchülerInnengruppe NRW


Fr, 23.12.2011
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